Geiger Hummer H2
Geiger Kasten
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Show-Car: Die wenigsten Geiger-H2-Kunden nutzen ihren Hummer im Gelände. Viel häufiger wird der chromblitzende Hochbeiner von der Dame des Hauses zum Brötchenholen verwendet. Zugegeben: Man braucht zum Brötchenholen weder ein Auto wie ein Einfamilienhaus noch 533 PS oder eine Wattiefe von 50 Zentimetern. Wer aber unbedingt auffallen will, für den gibt es nichts Besseres. |
Das Schönste an der Tuning-Branche ist, dass sie vor rein gar nichts
zurückschreckt. Der eine poliert einen Maybach 57 [1] auf 620.000 Euro,
der Nächste befeuert einen Audi TT mit zwei Motoren. Und ein Dritter
pumpt einen monströsen Geländewagen auf zum Supersport-(Last)wagen.
Geiger aus München knöpft sich den Hummer H2 [2] vor und pflanzt
mit Vorliebe mächtige Kompressoren unter die kantigen Hauben.
Karl Geiger dealt als deutscher Hummer-Vertreter hochoffiziell mit der halbwegs
zivilen H2-Version ? und schon bald sollen seine gestärkten Exemplare
auch Werksgarantie erhalten. Denn die von ihm verwendeten mächtigen
Druckmacher stammen direkt von der Hummer-Konzernmutter General Motors und
passen perfekt auf jeden 5,3- und Sechsliter-GM-Motor.
So werden aus den 316 des Basis-H2 stramme 533 PS. Damit das Viergangautomatikgetriebe
nicht bereits nach den ersten heftigen Anfahrmanövern haltlos verraucht,
hat Geiger die Getriebeelektronik so umprogrammiert, dass bei Vollgas die
Schaltpunkte unterhalb der maximalen Leistungsabgabe liegen. Ohnehin ist einiger
PS-Schwund zu beklagen. Denn die von Geiger montierten 20-Zoll-Räder
mit straßentauglichen 325/60-R-20-S-Pneus schlucken mal eben rund 80
PS Leistung.
Zusätzlich zur Kompressor-Aufrüstung und Elektronik-Anpassung
hat Geiger noch die Abgasanlage ab Kat modifiziert ? und eine Anhängekupplung
angebaut. Alle weiteren Feinheiten sind bereits ab Werk an Bord: das optionale
Luxuspaket mit Lederausstattung, Soundsystem und Chrom sowie die Einzelextras
Luftfederung, Rammbügel, ein zusätzlicher Sitz im Kofferraum und
gewaltige Abschlepphaken. Das Gesamtergebnis ist ein Geiger-Kasten, der trotz
3,1 Tonnen Gewicht dank permanentem Allradantrieb jeden normalen Kleinwagen
beim Ampelstart verbläst. In 8,8 Sekunden von null auf 100 km/h ist normal
schon schnell. Im Hummer wirkt es gigantisch ? begleitet von kräftigem,
dumpfem Fauchen aus dem Auspuff. Allerdings: Das typische V8-Blubbern im Leerlauf
findet nicht statt.
Was am meisten überrascht: Der riesige H2 ist kinderleicht zu fahren.
Jede Sitzposition ist mittels zwölffacher elektrischer Verstellmöglichkeit
machbar, die Augen blicken aus einer Höhe von etwa 1,7 Metern über
Grund leicht herablassend auf den Rest der Straßenbenutzer. Massive
Servounterstützungen für Bremse und Lenkung erleichtern das Fahren
ungemein, nur das schwammige Feeling durch die dicken Reifen ist Geländewagen-typisch.
Wirklich gewöhnungsbedürftig ist die Breite von rund 2,4 Metern
samt Außenspiegeln. Wer damit in engen Wohngebieten die erlaubten 30
km/h ausnutzen will, darf keine Berührungsängste haben ...
Auf der Autobahn klettert die Tachonadel problemlos bis etwa 160 km/h, dann
wird es zäh ? der Tacho ist noch nicht an die Räder angepasst. Macht
nichts: Die hintere Starrachse ist sowieso mehr fürs Überklettern
von Stadtgewächsen gedacht als für schnelle Autobahnfahrten. Mit
viel Anlauf, Rückenwind und gutem Willen erreicht der H2 knapp die von
Geiger angegebenen 190 km/h. Beeindruckend, wie respektvoll selbst notorische
Linksfahrer dann die Spur räumen ...
Bei Volllast rauschen problemlos bis zu 60 Liter Super in die Brennräume,
im Mix immer noch knapp 30 Liter. Auch wenn der Motor dank Kompressorumbau
Euro 4 schafft statt serienmäßiger Euro 3: Das Umwelt-Gewissen
von Hummer-Fahrern darf nicht allzu sehr ausgeprägt sein. Und sie sollten
immer ein Bündel Euros für Betriebsstoffe bereithalten. Nicht zu
vergessen auch die Einstandssumme von 95.500 Euro für das luxuriöse
533-PS-Monster. Nein, ein Auto für arme Leute ist der Hummer nicht.
Die wenigsten Geiger-H2-Kunden nutzen ihren Hummer im Gelände. Viel häufiger
wird der chromblitzende Hochbeiner von der Dame des Hauses zum Brötchenholen
verwendet, auch wenn der Weg zum Bäcker keine 60-Prozent-Steigungen,
40-Prozent-Neigungen oder Treppen mit Stufenhöhen von maximal 40 Zentimetern
beinhaltet. Gern wird der H2 auch für den Skiausflug zum nächsterreichbaren
Gletscher genommen. Und im Frühling, wenn das Eis schmilzt, ist eine
mögliche Wattiefe von einem halben Meter ja kein Nachteil. Dann mag vielleicht
sogar mal das Reduktionsgetriebe vonnöten sein.
Wer künftig noch wilder im H2 unterwegs sein will: Geiger schraubt bereits
an der nächsten Leistungsstufe. Mehr als 600 PS sollen es dann sein.
Ziel: 250 km/h Spitze, das Ganze auf 26-Zoll-Chromfelgen und richtig schön
tief gelegt. Zweifellos die krasseste Variante, mit einem Geländewagen
zum Shoppen zu fahren ...
Trotz der dicken 325er-Schluffen braucht der Geiger-Hummer 47 Meter (kalt) beziehungsweise 49.4 Meter (warm), um aus Tempo 100 zum Stillstand zu kommen.
Technische Daten
Geiger Hummer H2
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Fazit Brutal, brachial, maximal, genial: Für Normalverbraucher
ist Geigers Hummer alles auf einmal. Zwar ist schon der Basis-H2 hierzulande
völlig überflüssig, und Geigers Eingriff macht das Monstrum
auch nicht gerade sinnvoller. Aber: Spaß- und Aufmerksamkeitsfaktor
sind kaum zu toppen. Man sollte nur die ausreichende Summe Euros und einen
passenden Parkplatz übrig haben.
Kontakt: Geiger Performance GmbH, Tel. 089/ 42 71 64 13, www.geigercars.de
[3]
Testwerte
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Beschleunigung:
Innengeräusch:
Zwischenspurt:
Bremsweg (Verzögerung):
Verbrauch auf 100 km:
Preise in Euro (inkl. MwSt.)
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Tuning:
Preis Testwagen:
Dieser Artikel stammt aus AUTO BILD alles allrad 06/2004
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