TESTBERICHT:
Chevrolet Avalanche Z-71
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"Copyright by CHROM & FLAMMEN 2003", Ausgabe: 12/01, Text & Fotos: Thomas Frankenstein
Der Avalanche ist eines der Cross-Over-Fahrzeuge, die es vom Concept zur Serie geschafft haben. Was unterscheidet dieses Fahrzeug von einem normalen viertürigen Pick Up. CHROM & FLAMMEN fuhr das neue Ultimate Utility Vehicle (UUV) von Chevrolet.
Eigentlich ist ein viertüriger Pick Up nichts Besonderes. Der Avalanche
basiert im Prinzip auf dem Chevrolet Suburban, dem größeren
Bruder des auch in Deutschland angebotenen Tahoe – bis auf die neue
Front und viel Plastik an den Seiten und Radläufen. Das Besondere
am UVV ist das Convert-A-Cab System, das mittels eines so genannten "Midgates"
die Ladefläche in Richtung Innenraum verlängert. Dazu klappt
der Fahrer zunächst Rückbank und –lehne um und danach die
untere Trennwand. So können auf der dreigeteilt abgedeckten Ladefläche
auch längere Güter transportiert werden, die sich mit kleinen
Hebeln gut lösen lassen. Bevor man die Trennwand zur Kabine umklappt,
kann man auch die Heckscheibe, die ungefähr so groß ist wie
die einer C3-Corvette, daran befestigen.
Natürlich lässt sich die Heckscheibe auch ausbauen, um die Kabine einfach nur zu belüften. Witziges Detail am Rande: Die Halter der Scheibe sind gleichzeitig die Kontakte für die Heckscheibenbheizung. Die Ladefläche selbst ist mit einer kompletten Plastikverkleidung geschützt, in der auf jeder Seite eine "Cargo-Lamp" sitzt, die wie eine Swimmingpool-Beleuchtung anmuten. Hinter den Radkästen befindet sich jeweils ein abschließbares, von außen zugängliches Staufach. Die Ladefläche kann neben den leichten Hardcover-Abdeckungen auch mit einem "Softtop" vor Regen und anderen Witterungseinflüssen geschützt werden. Die Heckklappe ist im Vergleich zur der eines Silverado-Pick Ups sehr schwer – das viele Plastik wiegt einiges.
Die eingangs erwähnte Front outet den Avalanche aufgrund der durchgehenden Leiste (mit Bowtie) gleich als Chevrolet. Neu sind die winklig-aerodynamischen Klarglasscheinwerfer und das viele hässliche, graue Plastik, in das zwei Abschleppösen, die Nebelscheinwerfer und die Daytime-Driving-Ligths eingebaut sind. Auch die Flanken und das Heck wurden mit diesem Kunststoff eingepackt – zum Schutz vor Matsch, Steinschlägen und nachlässig aufgerissenen Türen nebenan parkender Fahrzeuge! So gesehen hat die eigenwillige Verhüllung ihre Berechtigung, doch schöner wird der Avalanche dadurch nicht unbedingt.
Beim Antrieb blieben die Schuster bei Ihren Leisten beziehungsweise die
Ingenieure bei Bewährtem: Ein 5,3-Liter-Vortec-V8 und eine vierstufige
Automatik mit Autotrac-System setzten sie bereits beim Tahoe/Suburban-Basismodell
ein. 285 PS und 441 Nm machen den Utility Track zu einer Zugmaschine von
bis zu 3.765 Kilogramm Anhängelast. Das Autotrac-System gibt dem Fahrer
vier Möglichkeiten zur Einstellung: reiner Heckantrieb, Allradantrieb,
Allradantrieb mit Untersetzung sowie
"Stand-By"-Modus in der Einstellung "Auto". Dann
fährt der Avalanche als Hecktriebler, schaltet aber automatisch
die Vorderachse hinzu, wenn die hintere an Grip verliert.
Vom Fahrgefühl in Sachen Dynamik spürt man keinen Unterschied zum Komponenten-Spender Tahoe/Suburban. Lediglich bei höherem Gewicht auf der Ladefläche kommt es zu einem behäbigeren Verhalten, das aber aufgrund der nachregulierenden Bilstein-Gasdruckdämpfer im Zaun gehalten wird. Beim Avalanche hört man bis auf den schnurrenden Motor, der kurz vor dem sanften Schalten etwas lauter wird, und das leise Abrollgeräusch der 265er Reifen nicht viel; Außengeräusche dringen nur gedämpft in die Kabine, die mit dem Innenraum des Tahoe/Suburban in Design und Aufbau identisch ist.
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Vorne finden zwei Personen und hinten bis zu drei weitere Insassen einen Sitzplatz auf dem bequemen grauen Ledergestühl. Den Einstieg in die Kabine sollen Einstiegleisten erleichtern, an denen man sich leider leicht schmutzig machen kann. Damit man bei Dunkelheit nicht in mögliche Schlammlöcher oder Pfützen tritt, befinden sich in den Außenspiegeln so genannte "Puddle-Lamps". Doch echte Outdoor-Freaks interessiert das wohl weniger.
Chevrolet sieht die Zielgruppe für dieses Fahrzeug bei den 30- bis
45-jährigen – davon 80 Prozent männlich - deren durchschnittliches
Einkommen im Jahr rund 160.000 Mark beträgt. Der Avalanche wird in
Deutschland natürlich nicht offiziell von General Motors angeboten – wir
haben den 126.000 Mark teuren UVV von Geiger Performance aus München
zur Verfügung gestellt bekommen. Wem diese Version eines Utility Truck
nicht reicht, kann zwischen zwei Alternativen wählen: dem 2500er Avalanche
mit 8100-Vortec-V8 (340 PS/617 Nm) und einer Anhängelast von 5,4 Tonnen
oder dem luxuriösen Cadillac Escalade EXT, der im nächsten Jahr
herauskommt –
als Konkurrenz zum Lincoln Blackwood.
Chevrolet Avalanche Z-71
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