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TESTBERICHT:

03er Cadillac Escalade SUV
made by Geiger Performance

"Copyright by CHROM & FLAMMEN 2003", Ausgabe: 12/03, Text & Fotos: Björn Marek

Als die Stray Cats ihre Hymne "Look At That Cadillac" in die Mikrofone röhrten, dachte im Leben niemand daran, dass auch ein Caddy einmal zu einem riesigen schwarzen SUV mutieren könnte. "Well, there's a big black Cadillac parked in the street over there - Well, it's the finest lookin' car that ever rolled off the line. - Any other car, you'd just be wastin' your time." Ob der aktuelle Escalade wirklich keine Zeitverschwendung ist, sondern für seinen gehobenen Preis auch etwas zu bieten hat, klären wir in unserem Fahrbericht.

Egal ob Brian Setzer Orchestra oder The Clash mit "Brand New Cadillac", die Everly Brothers mit "Always Drive A Cadillac", Quiet Riot mit "Slick Black Cadillac" oder - eher witzig angehaucht - OutKast mit "Two Dope Boyz In A Cadillac"- die Liste der Bands, die sich bereits ein- oder mehrmals mit der Marke Cadillac auseinandergesetzt haben, lässt sich beinahe beliebig erweitern. Caddys sind Kult - und das nicht erst seit dem Heckflossen-Modell des Jahres 1959. Was damals jedoch primär in Limousinenformen designt war, ist heutzutage auch als SUV erhältlich.

Wer hat nicht schon einmal einen tiefschwarzen Escalade mit überdimensionalen Felgen in einem Musikclip die Straße auf- und abwärts cruisen sehen?

Auch unser Testwagen von Geiger Performance aus München (D) kommt in schlichtem Schwarz daher; jedes andere Automobil würde damit understatement-like auf unseren Straßen wenig Beachtung finden. Beim Escalade sieht die Sache allerdings schon ganz anders aus: Fette Proportionen - fünf Meter lang, zwei Meter breit und fast zwei Meter hoch - eine markante Front mit Klarglasleuchten und Xenon-Licht, ein Heck mit einer dritten Bremsleuchte über fast die ganze Fahrzeugbreite und als i-Tüpfelchen üppige, optional bei Geiger erhältliche 23”-Felgen aus dem Hause Antera: Damit seid Ihr der Star auf jedem Boulevard! Unter der Haube des permanenten Allradlers arbeitet, im Gegensatz zum 5,3-Liter-V8 im Hecktriebler, der 6,0-Liter-V8 mit 345 Pferdestärken und einem Drehmoment von 516 Nm. Trotz seines Leergewichtes von rund 2,5 Tonnen geht der im Leerlauf zahm vor sich hin grummelnde Achtzylinder beim Tritt auf das Gaspedal vehement zur Sache und lässt die 100-km/h-Schallmauer in unter zehn Sekunden hinter sich. Nicht schlecht für einen SUV dieser Größenordnung, obwohl das Cruisen im Escalade beinahe mehr Spaß macht, als ein paar verdutzte Dreier-BMW-Fahrer, die zuvor an der Ampel verzweifelt die Dimensionsangaben der Felgen auszumachen versuchten, hinter sich zu lassen.

Die Kraftübertragung erfolgt nahezu ruckfrei über die elektronische Vierstufen-Automatik permanent an alle vier Räder, die Verzögerung übernehmen überzeugend agierende 12” bzw. 13” große Scheibenbremsen mit ABS. Während unseres Tests konsumierte der Escalade rund 19,4 Liter Kraftstoff - bei einem Tankvolumen von 98,4 Litern dürfte man damit aber schon zufriedenstellend weit kommen. Seine Höchstgeschwindigkeit erreicht der Luxus-Laster bei abgeregelten 174 km/h. Das Fahrwerk vermittelt das typisch schaukelnde Starrachsen-Gefühl, obgleich nur an der Hinterachse ein starre Variante an Schraubenfedern zum Einsatz kommt; an der Front schluckt eine Einzelradaufhängung mit Drehstabfedern die Fahrbahnunebenheiten überzeugend. Beim Betreten des Interieurs fällt zuallererst das ordentlich und durchaus hochwertig anmutende Lederpaket ins Auge. Lediglich Teile Teile des Armaturenbrettes inklusive einiger Schalter wirken noch immer zu billig.

Bequem und mit einer Sitzheizung ausgestattet ist die vordere Reihe im Escalade, doch auch den Fondpassagieren in der zweiten Reihe kann optional eingeheizt werden. Ausstattungstechnisch wartet der Escalade dafür mit vielen Gemütlichkeiten auf, seien es Sitzheizungen für die vorderen vier Passagiere (bei den optionalen hinteren Bucket-Seats), eine separat steuerbare Sound- und Klimaanlageneinheit im Fond oder eine elektrisch verstellbare Pedalerie für den Fahrer. Am teilweise in Holzoptik gefertigten Lenkrad finden sich Bedienmöglichkeiten für das Infotainment-System mit Sechsfach-CD Wechsler in der Mittelkonsole und weitere Features, die Instrumente sind klar gegliedert und deutlich ablesbar. Ein besonderes “Luxus-Detail” will die Bulgari-Analoguhr in der Mittelkonsole sein. Wem’s gefällt...

Eher negativ fiel uns die überdimensionale Heckklappe ins Auge: Zwar lässt sich die Heckscheibe einfach separat entriegeln und aufklappen, möchte man jedoch die gesamte Klappe zum Be- und Entladen nutzen, ist Muskelkraft gefragt. Die starken Lifter stützen nach dem Öffnen zwar gut das Gesamtgewicht des riesigen Blechteils, fordern beim Zuschlagen allerdings den ganzen Mann (oder die ganze Frau) mitsamt Körpergewicht. Nach ein paar Dutzend Ladevorgängen könnte sich diese Eigenheit aber auch geben.

Weiterhin entdeckt der aufmerksame Betrachter am Heck brauchbare Rückfahrsensoren, die den Abstand zu Hindernissen beim Zurücksetzen durch leuchtende Dioden an der D-Säule auf der Beifahrerseite zuverlässig an den Fahrer weitergeben. In Verbindung mit der leichtgängigen Servolenkung bereitet das Einparken mit dem 5.052 mm langen Caddy so absolut keine Probleme. Insgesamt betrachtet, ist der 2003er Cadillac Escalade SUV ein überzeugender Luxus-Laster mit minimalen Optikmängeln im Interieur, der keineswegs nur ein gemütlicher Cruiser sein muss, sondern dank seines 6,0-Liter-V8 auch bei zügiger Fahrweise großen Spaß macht (wenn man einmal von rund 19 Litern Testverbrauch absieht). Die von Geiger Performance für unseren Testwagen aufgerufenen 76.300 Euro (inklusive 23”-Aluminiumfelgen) sind ein durchaus vernünftiger Preis für einen SUV, mit dem man unter den Mitbewerbern aus dem Hause Mercedes oder BMW ein seltenes, individuelles Zeichen setzen kann.

Also rein mit der Stray-Cats-CD in den Wechsler... "Well, it's the finest lookin' car that ever rolled off the line. - Any other car, you'd just be wastin' your time..."

   
Importeur Geiger Performance setzt
rundum auf Antera-Felgen in satten
10,5 x 23” mit Pirelli "Scorpion Zero
in 305/35 R23
  Die Analoguhr von Bulgari
setzt Akzente
   
 
Kraftpaket mit Laufkultur: Mit seinen 345 PS bei 5.200 U/min und den 516 Nm bei 4.000 U/min ist die Leistung des 6,0 Liter großen V8 nicht zu verachten   Bei 174 km/h ist der Caddy abgeregelt
     
 
Die Stray Cats dachten bei ihrem Song “Look At That Cadillac” bestimmt nicht an einen derartigen Caddy-Riesen. Doch auch mit ihrem SUV weiß die Luxusmarke zu überzeugen

Technik/Messwerte/Kosten

03er Cadillac Escalade SUV von Geiger Performance

Motor:

  • Verdichtung 10,1:1
  • sequenzielle Benzineinspritzung
  • Einfach-Edelstahl-Auspuffanlage

Kraftübertragung:

  • Vierstufen-Automatikgetriebe (Hydra-Matic 4L65-E) mit Overdrive
  • permanenter Allradantrieb

Vorderachse:

  • Einzelradaufhängung
  • Drehstabfedern
  • Gasdruckdämpfer
  • Stabilisator
  • 12"-Scheibenbremsen
  • ABS

Hinterachse:

  • Starrachse an Längslenkern
  • Schraubenfedern
  • Gasdruckdämpfer
  • Stabilisator
  • 13"-Scheibenbremsen

Sonstiges:

  • Felgen: Antera-Leichtmetallfelgen, Typ "325 SUV", 10,5 x 23"
  • Reifen: Pirelli "Scorpion" Zero2, 305/35 R23
  • Länge x Breite x Höhe (in mm): 5.052 x 2.004 x 1.885
  • Leergewicht (in kg): 2.535
  • Radstand (in mm): 2.946
  • Tankvolumen (in l): 98,4
  • Testverbrauch (in l): 19,4
  • Beschleunigung (0-100 km/h in s): 9,6
  • Höchstgeschwindigkeit (in km/h): 174 (Werksangabe, abgeregelt)
  • Testwagenpreis: 76.300 Euro
  • Zubehör: Schiebedach, Lederausstattung, vier Einzelsitze, Rückbank 50/50 geteilt, Soundsystem mit Sechsfach-CDWechsler, Klimaautomatik, Runningboards
  • Festgestellte Mängel während des Tests: keine

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